Music-Scan.de

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Die Dortmunder geben das Ziel vor, aus der grauen Masse ausbrechen zu wollen. Mit frischen, innovativen Ideen suchen sie ihren Crossover zwischen Metal und Rock von anderen Gruppen abzugrenzen und derart aufzufallen sowie ihrer Spielwiese zu einem Qualitätsschub zu verhelfen. An Selbstvertrauen mangelt es den Debütanten von NEORIZE wahrlich nicht. Kompositorisch und handwerklich ist das seit Frühjahr 2013 bestehende Quartett durchaus gut dabei.

Doch gemessen am eigenen Anspruch bieten die elf Tracks von „We The 99“ dann doch zu wenig. Von unerwartet treffenden oder neuartigen Kompositionen ist zu keiner Zeit zu sprechen. Die Durchmischung von Rock-, Metal- und Core-Momenten, die um Hip Hop-Zitate ausgebaut wird, kommt variabel und unterhaltsam. Jedoch hat man Derartiges bereits hinlänglich gehört. NEORIZE bewegen sich durchgängig in einer Komfortzone bekannter Zitate, ohne ihren Ansatz konsequent auf die Spitze zu treiben und aus dem Rahmen des Erwartbaren auszubrechen. Diesbezüglich scheinen sich die Dortmunder mit ihrem ausgeprägten Wunsch nach eingängigen, zugänglichen Strukturen selbst im Weg zu stehen.

Wem Nachvollziehbarkeit wichtig ist, der kann eben nicht in experimentelle, neuartige Klangsphären vorstoßen. Mit „We The 99“ erscheint aber wohl ein gefälliges, stimmiges Debüt, mit dessen Material NEORIZE live punkten werden.

6 / 10

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