Obliveon

Orkus

Erst im März 2013 gegründet und schon mit einem derartig packenden, deteilreichen, abgebrüht wie auch enorm frisch wirkenden Debüt auftrumpfend – wie geht das? Im Falle von Neorize haben wir es jedenfalls mit vier Musikern zu tun, die gerade im Ruhrgebiet häufig mit einigen ihrer ex-Bands wie etwa Symbiontic, Gloryful, For Sale oder Deadsoil auf den Bühnenbrettern zu sehen waren und ebenso massiv Produktionserfahrung sammeln konnten.

Mit den Sounds der alten kreativen Betätigungsfelder hat die neue Spielwiese allerdings wenig zu tun, denn „We The 99“ pendelt sich - bei eindringlich individuellen, autarken Zügen - in der Schnittmenge aus experimentierfreudigem Crossover, modernem Metal und bretthartem Alternative ein. Meint man einen Vergleich gefunden zu haben, glaubt man hier System Of A Down, dort Strapping Young Lad und obendrauf noch Stone Stour zu dechiffrieren, so überrascht die nächste Wendung mit entspannten Drum-Loops oder einer einnehmenden, smarten Gesangsmelodie, die eher dem Alternative-Rock-Sektor zu entstammen scheint.

Die Produktion überzeugt und setzt die Band gekonnt in Szene, das Digi mitsamt stilvollem Artwork und 16-seitigem Booklet macht ebenfalls mächtig was her, so dass ich gar nicht anders kann als beide Daumen nach oben zu recken. „We The 99“, dieser tolle Erstling, der aufzeigt dass moderner Metal immer noch frisch bzw. unverbraucht klingen und fernab jeglicher Stereotypen eloquent krachen kann, verdient Eure Aufmerksamkeit. Und zwar die volle und ungeteilte.

8/10 - CL.

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